Eigentlich wollte uns der besorgte Chai-Shop-Besitzer vor Taschendieben o.ä. warnen. „Beware of bad elements“ wäre der richtige Satz gewesen. Aber was will man machen, wenn solch ein mächtiges Tier einem zeitgleich den Horizont verdunkelt?
Die Erinnerung an Dunhuang (im Nordwesten der chinesischen Provinz Gansu) ist ziemlich verblasst. Es gab die berühmten wandernden (und singenden???) Dünen und Kamele für Touristen.
Das Hochsteigen auf die Dünen war unglaublich anstrengend, weil man bei jedem Schritt im Sand einen dreiviertel Schritt zurückgerutscht ist. Das Runterlaufen war dagegen die reinste Freude. Jeder Schritt war mindestens zwei Schritte wert, also 8x so schnell wie beim Hochlaufen.
Fun fact: wir waren des Chinesischen natürlich in keinster Weise mächtig, und mussten uns mit dem Zeigen auf die paar Sätze, die in unserem Reisebuch standen, verständigen. Einer der Sätze war: „We have no FEC and no Renminbi“. FEC war die offizielle Währung für Touristen, Renminbi war die Währung der Einheimischen. Eigentlich macht der Satz wenig Sinn (wie auch die zwei Währungen). Nach minutenlangen Verständigungsschwierigkeiten beim Versuch, in einem Hotel zwei Zimmer zu ergattern, hat unser Mitreisender, ein Holländer, dessen Name längst verschollen ist, als quasi paradoxe Intervention auf diesen Satz gezeigt. Der Hoteleinchecker konnte mit dem Satz auch nix anfangen, aber irgendwie haben wir die Zimmer bekommen.
Auf der Rückreise von Indien (’80) haben wir ein paar Tage in Nordpakistan Luft geholt.
In den Bergen war’s schön kühl, der Rest vom Subkontinent hatte Hitzewelle.
Ich erinnere mich noch daran, wie wir von den staubigen Tiefebenen den Pass Richtung Swat Valley hochgefahren sind. Es wurde schon dunkel, und das Nachlassen der Hitze war mit jedem Höhenmeter zu spüren.
Als wir dann vom Pass hinunter ins Tal fuhren, es war mittlerweile stockdunkel, drang durch die Fenster frische Luft mit dem Duft von blühenden Bäumen und Blumen. Was für eine olfaktorische Wohltat nach den stickigen Tiefebenen!
Und am Morgen gab’s dann grüne Wohltat für die Augen.
Die Mohabat Maqbara ist wohl die offensichtlichste Sehenswürdigkeit von Junagadh. Man hat schon beim bloßen Hinschauen das Gefühl, gleich Sodbrennen zu bekommen. Aber schee is scho.
Ich war noch im Zoo, das war fürchterlich.
Dann erinnere ich mich an ein kurzes Vorbeischauen bei einem Ayurveda-College, das im Lonely Planet als gute Informationsquelle gepriesen war. Die waren aber in keinster Weise auf Besucher wie mich eingestellt.
Also außer frühmorgendlichem Schlendern nix gewesen.
Gegen Ende Dezember war’s nachts richtig kühl. Hier wärmen sich die Kühe in den ersten Sonnenstrahlen.
Hier kommt der morgendliche Blick in die entgegengesetzte Richtung zum Blick vom Abend zuvor: es geht ins Lower Himalaya des Bundesstaates Uttarakhand.
Josimath liegt dann auf ca. 1800m und ist Ausgangspunkt für ein paar Ausflüge, und ich streife bei Badrinath einen Teil des Upper Himalaya.
Blick auf JosimathKontrastreicher Blick auf mir unbekannte Schneeberge.Ist natürlich Blödsinn, aber ich hab das Gefühl, als könnte man ins All hineinschauen …Die steilen Bergstraßen bestehen zu einem überwältigenden Teil aus Schlaglöchern, kein Wunder, dass die Bremsbeläge unter der Belastung verglasen. Man beachte, dass das Hinterrad der Enfield mit dem Kugellager direkt in den Staub gelegt wurde …Richtung Badrinath bekommt man ordentlich Landschaft zu sehen.
Die folgenden Bilder wurden alle beim Herumstreifen durch indische Städte geschossen. Hauptsächlich in Rajasthan (das leite ich aus der Art der Turbane ab), aber eigentlich hab ich die Zuordnung vieler Schwarz-Weiß-Aufnahmen verloren.
Das Herumstreifen mit Kamera ist durchaus tückisch. Hat man sie schussbereit in der Hand oder gar um den Hals hängen, fällt man sofort auf, sodass potenzielle Schnappschüsse von alltäglichen Begebenheiten schnell mal unmöglich werden.
Klar hab ich oft gefragt, ob ich ein Foto machen darf, oft mit positiver Reaktion, aber solche Bilder wie die hier sind nur möglich, wenn man bis zum Abdrücken unbemerkt bleibt.
Also unauffällige Fototasche umgehängt, Kameras schussbereit verstaut, Motiv entdeckt, kurz überlegt mit welcher Brennweite und in welchem Format, und dann schnellschnell. Meistens mit langer Brennweite, sodass man genügend Abstand hat, um das Bemerktwerden hinauszuzögern.
Ein direkter Blick in die Kamera trägt meist nur für die ersten Millisekunden zum Gelingen des Fotos bei, dann versteift sich oft der Blick oder die Fotografierten beginnen, sich in Positur zu bringen.
Wird manchmal auch als „Dragging“ empfunden, weil man sich stellenweise gefühlt durch Nepals Berge schleppt.
In der Regel startet man in relativ niederen Regionen und gewinnt täglich an Höhenmetern. Man verliert natürlich durch das fortwährende Auf und Ab immer wieder an Höhenmetern, aber meist ist man abends höher droben als morgens.
Hier erst mal ein paar Bilder aus den niederen Regionen. Dort gibt’s überall Bananenstauden und stellenweise Weihnachtssterne, die dann deutlich größer ausfallen als zuhause auf der Fensterbank.
Sieht aus wie ein Tempel, ist aber glaub ein Verwaltungsgebäude. Mit Bananenstauden, also untere Höhenlage.Hier kann man, neben den Weihnachtssternen, auch ganz gut sehen, wie steil die Reisterassen manchmal angelegt sind.Spätnachmittägliches Pflügen in eher flachen Reisfeldern.Langsam, ein paar Tage später, kommen wir in etwas kühlere Regionen. Der Fluss heißt Marsyangi.Manchmal fehlt ein Stück Weg. Hier fast harmlos, an anderer Stelle schon mal existenziell.Aufbruch am frühen (und kalten) Morgen. Es geht weiter in Richtung Vollmond.Harmonisch in die Landschaft eingefügt und ’87 ohne jegliche touristische Infrastruktur: Upper Pisang.Immerhin kann man gut erkennen, wo’s lang geht.Ein Chörten kündigt an, dass wir nicht mehr weit weg von Manang sind.Silvia auf der Terasse unseres Hotels in Manang. Unsere Schuhe stehen zum Trocknen in der Sonne.
Man beachte die Farbe der Hände im Vergleich zu den Gesichtern.
Die Kinder hab ich fotografiert beim Verlassen von Lower Pisang. Wir sind auf dem Manang-Trek und werden das Dorf Manang noch am Nachmittag erreichen.
Am Tag zuvor haben wir die höheren Lagen erreicht, in denen, es ist Mitte Januar, Schnee liegt.
Hier trägt sich Silvia gerade in das Besucherverzeichnis bei einem der Trekking-Checkposts ein.
Kurz vor Manang. Ich glaube, dass man ganz rechts in der Mitte ein paar der Häuser erkennen kann. Der Chörten rechts sieht fast so aus wie das „Stadttor“, das man hier sehen kann.
Könnte auch „Fool am Strand“ heißen. Oder „Wonderfool am Strand“
Erstes Mal in den Tropen. ’79, um den Jahreswechsel herum. Goa. Heiß!
Erschöpft von den 4 Wochen Überlandreise und noch lange nicht fertig mit dem Verarbeiten der Eindrücke der zurückliegenden 10.000 km.
„Fuhl am Strand“ ist ein Titel von BAP, und das erste, was mir zu dem Bild als Titel eingefallen ist. Der Song erscheint erst zwei Jahre später, und obwohl ich ihn seit vielen Jahren nicht mehr gehört habe, spüre ich noch die unterirdische Verbindung.
„Ey, Vorbild, dank dir schön, ich glaub, ich krieg es langsam selber hin“ triggert immer noch starke Gefühle von damals.
Das sollte auf die Liste von Titeln kommen, die, wenn mich denn einst die Demenz im Würgegriff hat, mir ein kleines, kurzes Fenster hinaus in die Klarheit öffnen können sollte.
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