Häppi Deppi Flashback

Hit the Road, Jack!

Zum Thema Aufbruch und Reisen wären auch andere Überschriften möglich gewesen, vielleicht sogar bessere, wie z.B.  “Gemma!” oder “All Aboard!”

Aber was kommt schon an die Kraft und Melodik von “hit the road” ran?
Und genau das ist es ja auch, was mich am Reisen oft so gereizt hat: die Möglichkeit, mich “vom Acker zu machen”.

Ein mögliches, romantisch diffuses Ziel war schon seit früher Jugend in mir angelegt, keine Ahnung woher diese Sehnsucht in Richtung Osten kam, aber es gab zwei entscheidende Einflüsse, die dieses zarte Pfänzchen mit genug “Kunst”dünger versorgt haben, damit es zu einem kräftigen Trieb heranwachsen konnte. Als erstes wäre da Hesses “Morgenlandfahrt” (ich erinnere mich nicht mehr recht an den Inhalt des Buchs, aber allein das “Morgenland” im Titel kann noch heute meine Vorstellungskraft gen Osten zu ziehen). Und das Stück “Jungle Book” von der sagenhaften CD “Mysterious Traveller” von Weather Report (und erst gerade als ich dies jetzt schreibe fällt mir das “Traveller” im CD Titel auf … der ja eigentlich ein LP Titel war …). Nicht zu vergessen das Stück “Badia” von der LP “Tale Spinnin’”.

Also, die Sehnsucht Richtung Morgenland war da, aber das, was diese Sehnsucht aus dem bloßen Zustand des Phantasierens herunter auf den Boden einer reellen Reise gebracht hat, war diese Möglichkeit, eine (Lebens-)Situation zu verlassen und sich in eine komplett andere Situation zu begeben – also, sich vom Acker zu machen.

Mich vom Acker zu machen.

Und genau das symbolisiert für mich das obige Bild. Nach drei anstrengenden Wochen – Flug nach Indien (Delhi), Motorrad kaufen und reisefertig machen, einer ersten Etappe ins faszinierende Rishikesh – hab ich dem Mainstream-Indien den Rücken gekehrt und beginne meinen ersten Tag in den gemäßigten Zonen des “Lower Himalaya”.
Es wird anderen Stress dort oben geben als die Hitze und die Menschenmassen der indischen Tiefebene, aber das ist ja gerade das Schöne am Reisen: noch weiß ich nix davon.

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Häppi Deppi Flashback

Reminiszenz an ein etwas leichtsinnigeres Ich …

Reisen bildet die Auffassungsgabe, weil man gezwungen ist, ständig neue Eindrücke zu verarbeiten.

Reisen bildet die Einsichtsfähigkeit, wenn man sich Zeit nimmt, Land und Leute kennenzulernen.

Es bildet den Charakter, wenn man denn bereit ist, sich dem Fremdsein in der Welt – drinnen und draußen – auszusetzen.

Und es erweitert das Bewusstsein, zumindest wenn man Länder besucht, die auf eine lange Hanfanbautradition zurückblicken können …