Die Erinnerung an Lahore ist ziemlich fadenscheinig.
Wir sind, von Quetta aus, nach einer anstrengenden Zugfahrt von ca. 24 Stunden bei Dunkelheit angekommen. Alles war fremd und irritierend.
Die Zugfahrt ging hauptsächlich mal durch Unmengen von Landschaft. Viele viele Dörfer, ein paar Städtchen, alles alles sehr sehr fremd, aber dann, BAM, plötzlich gestrandet mitten in der ersten Millionenstadt des Subkontinents. Ameisenhaufen ohne irgendeinen gemeinsamen Nenner mit dem bis zu diesem Zeitpunkt als „normal“ Wahrgenommenen, außer vielleicht den Coca Cola Leuchtreklamen. Aber selbst die waren zum Teil in Urdu.
Das Finden eines Hotelzimmers war eine Aufgabe, und das Organisieren von ein paar Keksen und Cola war unwesentlich einfacher, weil wir kaum Devisen umgetauscht hatten.
Pakistan war ja nur Durchgangsstation, wir hatten es eilig, nach Goa zu kommen, und pakistanische Rupien durften nicht nach Indien eingeführt werden.
Also nur Kekse und Cola und Übernachtung in Lahore, und morgens früh raus aus dem Bett, aus Lahore und aus Pakistan.
Geblieben ist von Lahore hauptsächlich das Gefühl einer profunden Fremdheit, die sowohl beängstigend als auch freudvoll daher kam, mit einem aufregenden Beigeschmack von Freiheit.




