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In Rishikesh

Mir gefällt, wie sich der Pilger von der Schärfe und den Tonwerten vom Hintergrund trennt.

Ich hab „Pilger“ geschrieben, reine Vermutung, und genauso gut hätte ich wohl „Bettler“ vermuten können.

Alle Pilgerorte – Rishikesh gehört dazu – ziehen Unmengen von Menschen an, die sich aufgrund körperlicher oder seelischer Leiden auf Wallfahrt begeben.
Der Mann auf dem Foto hat ein schlimmes Bein, was spätestens auf den zweiten Blick auffällt.

Alle hinduistischen Pilger, auch die, die eher touristische Interessen haben, sind stets bemüht, etwas Positives für ihr Karma zu tun. Ein beliebter Karmaboost sind milde Gaben, was dann halt auch die Anwesenheit einer großen Anzahl an Bettlern erklärt.

An den Wegen, die zu den Ghats führen, sitzen so viele Bettler, dass es deswegen Geldwechsler gibt, die einem Rupien in Paisa wechseln.
Damals gab’s für eine D-Mark ca. 15 Rupien. Die Bettler bekamen oft nur 25 Paisa, was dann ungefähr 1,6 Pfennigen entsprach. Ist natürlich eine unsinnige Umrechnung. Ich erinnere mich an ein All-you-can-eat-Thali, das 10 Rupien gekostet hat. Chai gab’s für 2 Rupien.

A picture a day …

… oder der Griff in die Schublade der fotografischen Erinnerungen.

Je länger das alles her ist, desto herausfordernder wird der Abgleich dessen, was sich aus unterschiedlichen Pixeln zusammensetzt und dem, was aus dem Zusammenspiel der seinerzeit beteiligten Neuronen noch abrufbar ist.

Bei manchen Fotos weiß ich noch genau, wie, wo und wann sie entstanden sind.
Andere Erinnerungen sind blass und fadenscheinig.

Macht nix, die Erinnerungsarbeit zahlt sich meist aus, denn meine (nächtlichen) Träume kriegen dadurch hin und wieder eine ganz neue Dimension.
I like that!