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Gujarati Sunset

In Gujarat gibt’s einen Nationalpark, das Gir-Reservat, in dem tatsächlich noch wilde Tiger leben.

Den hab ich zwar nicht besucht, aber während meines Aufenthalts in Diu, vor der Küste Gujarats, hatte sich einer der Tiger auf die kleine Insel verirrt. In den Zeitungen wurde man gewarnt, sich nicht in Gefahr zu begeben. Was immer das heißen sollte. Laut Zeitung gab es auch eine Tiger-Sichtung in dem Dorf neben unserer Unterkunft. Später hieß es dann, dass der Tiger gefangen wurde.

Und tatsächlich war dann auf einem der Marktplätze ein LKW zu sehen, mit Käfig hintendrauf, in dem eine Tigerin mit zwei Jungtieren eingesperrt war. Schon von weitem war das Fauchen und Grummeln der Tigerin zu hören, und, meine Fresse, da stellen sich einem sämtliche Haare am Körper.

Ich hatte glaub ein Foto gemacht, vielleicht taucht das ja noch irgendwo auf …

Noch haarsträubender war dann die Art und Weise, wie die Zuschauerschar sich verhalten hat. Mit Steinen wurde nach den Tieren geworfen, und es gab sogar Leute, die die Tiger mit langen Stöcken gepiesackt haben. Ich hatte das schon zuvor bei zwei Zoobesuchen gesehen, einer davon im nicht weit entfernten Junagadh, dass man mit Steinen z.B. nach Löwen warf. Ich glaube, die Leute wollten einfach eine Reaktion des Löwen provozieren, damit man daheim was zum Erzählen hat. Keine Ahnung. Ich fand’s ekelhaft.

Ja, Indien ist weit entfernt vom Paradies, weshalb das Bild auch nur von den kindlichen Anteilen meiner Seele akzeptiert werden kann. Zwei Seelen wohnen, ach … nee, noch viel mehr … in meiner Brust.

Nachtrag:
Es tauchen Zweifel auf, ob es sich in Diu um Tiger gehandelt hat. Das mit der Gänsehaut bei den Geräuschen der gefangenen Tiere kommt mir fadenscheinig vor. Nicht die Erinnerung an die Gänsehaut an sich, sondern an den Auslöser. Ich vermute eher mal, dass es doch eine Löwin mit zwei Jungtieren war, und keine Tigerin. Dieses dumpfe Grollen, das einen ganzen Marktplatz voller Inder übertönt, besser vielleicht „untertönt“, kann doch nur von Löwen stammen?

Wenn ich doch nur das Foto wiederfinden würde.

Artsy Fartsy

Darf man jedem kreativen Furz hinterher riechen?
Ich sage ja, was wohl auf ein zweifelhaftes Urteilsvermögen hindeutet.

Falls sich jedoch ver(w)irrte BesucherInnen für die eine oder andere Duftnote (echt wonderfool!) interessieren sollten, well, you’re welcome! Go here!
(I mean there)

Memory is about the future, not the past.

Aus: „When Brains Dream“ von Antonio Zadra und Robert Stickgold