… erscheint hier alles total idyllisch.
Unvoreingenommene BetrachterInnen haben da natürlich nicht Unrecht. Aber …
… derdiedas Erfahrene in Sachen Subkontinent weiß augenblicklich, welch diabolisches Potenzial hier mit auf Zelluloid gebannt wurde:
Der tote Hund.
Der gar nicht tot ist, sonst wäre das mit dem idyllischen Anschein ja ganz schön gemein und hundehasserisch.
Überall sieht man sie herumliegen, tagsüber, wie tot, die vielen herrenlosen Hunde. In Indien gelten Hunde als unrein, und nur ein vernachlässigbarer Prozentsatz der Hunde haben einen Besitzer. Scheint so, als wären die Inder (und Nepalis) früher, als der Hund zum besten Freund des Menschen wurde, nie auf die Jagd gegangen.
Dass bei den vielen herrenlosen Hunden Tollwut nicht wirklich ausgeschlossen werden kann, und man bei einem Biss tunlichst den schmerzhaften Impfprozess starten sollte, klar, ätzend.
Aber das meine ich gar nicht, wenn mir die Idylle des Fotos so verdächtig vorkommt.
Was mich wirklich oft den letzten Nerv gekostet hat, war, dass die Hunde sich tagsüber totgestellt bzw. ordentlich ausgeruht haben, um dann nachts ihrem Geschäft nachzugehen. Welches sich natürlich nicht aufs Häufi machen beschränkt, sondern ständiges Bellen zum Inhalt hat.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie laut das werden kann.
Geh einfach mal davon aus, dass die nähere Umgebung deines Hotels von 20–30 dieser Streuner als Revier angesehen wird. Und natürlich geht dieses Revier nahtlos in andere Reviere über, die ähnliche Hundepopulationen aufweisen.
Tagsüber verschwinden die Hunde meist von der Bildfläche. Und man braucht sich nur kurz zu bücken, um z.B. die Schuhe zu binden, schon rennen die Hunde mit eingezogenem Schwanz davon. Wenn Einheimische sich in der Nähe von Hunden bücken, dann, um einen Stein aufzuheben, der dann in Richtung Hund fliegt.
Tagsüber gehört die Straße den Menschen, aber sobald es Nacht wird und nur noch vereinzelt Leute unterwegs sind, gehört die Straße den Hunden. Wer sich jetzt bückt, erntet keinen eingezogenen Schwanz, sondern ein tiefes Knurren, oft von mehr als nur einem Hundi.
Naja, wirklich Angst muss man vor den meist ausgemergelten Hunden wohl eher nicht haben, außer halt vor Tollwut.
Und dann willst du natürlich irgendwann schlafen.
Absolut unmöglich, solange der Bell-Wettbewerb im Gange ist. Der Sieger wird, wenn überhaupt, erst in der Früh gekürt, worauf sich alle am Wettbewerb Teilnehmenden, also alle, umgehend wieder in ihre jeweilige Schlaf-Ecke verziehen.
Auf der ersten Reise hatte ich unzählige solcher schlaflosen Nächte. Auf den weiteren Reisen hatte ich immer Ohropax dabei, was zumindest 80% der Lautstärke dämpft und somit Schlaf ermöglicht.









