Mittagszähne

Wenn einer Berge malen kann, dann doch wohl ein Schweizer, oddr?

In diesem Sinne bringt Ferdinand Hodler also schon mal per Geburtsrecht ein ordentliches Gewicht auf die Waage, und es liegt einem das „wer hat’s erfunden?“ förmlich auf der Zunge.

Mir gefällt hier vor allem der Himmel, manno, was für ein Licht!
Und dann die schwarze Berglinie, der härteste Kontrast im ganzen Bild. (Witzig find ich, dass die schwarze Linie oft nicht direkt das Himmelsgelb berührt, sondern an ein Weiß stößt, von dem ich nicht sagen kann ob es Farbe ist oder weiße Leinwand, egal, der Effekt ist nämlich der gleiche, der mir beim digitalen Schärfen von Fotos begegnet: weiße Halos um kontrastreiche Kanten …)
(Also wer hat’s erfunden, das Scharfzeichnen?)

Damit kommen wir zur Überschrift:
solche Berge mit solchem Himmel findet man gottseidank nicht (nur) in der Heimat (sonst wäre man ja ein Heimatmaler), sondern auch in Südfrankreich, im Midi.
Und somit sind die „Dents du Midi“ nicht unbedingt Mittagszähne, sondern die Bergzacken des Midi.

Ferdinand-Hodler---Dents-du-Midi

Neue Berge braucht die Wand!

Typisch

Nee, nicht wirklich, oder?
Die Kurvenlinien sagen sofort: van Gogh. Da muss man kein Kunstexperte sein, da genügen ein paar Museumsbesuche. Das Gehirn wandelt diese geschwungenen Linien ganz von selbst um in den Schriftzug „van Gogh“.
Aber dann beginnt man zu stutzen.
Wo bitte schön ist denn der Rest der Farben geblieben, wo der dicke Farbauftrag?
Klar, van Goghs pekuniäre Situation war wohl immer prekär (schön, dass ich diese zwei p-Worte mal in einem Satz unterbringen kann), konnte er sich also nicht mehr Farbe leisten? Oder anders ausgedrückt: hatte er nicht mehr alle Farben im Schrank?

Auftritt Kunstexperte:
Es handelt sich bei diesem Werk nicht um eine Gemälde, sondern um eine Zeichnung. Die Zeichnung wurde mit Bleistift begonnen, danach wurden Öl- und Aquarellfarben hinzugefügt.
Abgang Kunstexperte (Nase die Luft gereckt).

Aha, dann hatte van Gogh also eher zuviel Farben im Schrank, und musste den Überfluss auf einer Bleistiftzeichnung loswerden?
Das heißt dann auch vielleicht, dass er nicht deswegen verrückt wurde, weil er sie nicht mehr alle hatte, sondern weil er zuviel hatte?

Wie sagte schon mein alter Meister selig (Nebenerwerbs-Imker): „Z’viel isch nix, und wenn’s vom Honig isch“ …

Zuviel Schall im Zimmer?
Guggst du Akustikbild >>>

Urlaub für die Augen

Gibt man in der Google Bildersuche „John Singer Sargent“ ein, wird man schier erschlagen von der Fülle der Porträts, die er offensichtlich gemalt hat. War anscheinend gut im Geschäft, der Mann …
Das belegt auf der einen Seite natürlich sein Können, aber hey, wo bleibt die Kunst?
Anders sieht es aus, wenn man „John Singer Sargent Watercolors“ eingibt. Dort tummeln sich dann die freien Arbeiten, z.T. „einfach Reisebildchen“, die auf ganz andere Weise sein Können aufzeigen. Die Fülle der Arbeiten belegt das Skizzenhafte, will sagen: keine Zeit, auf Reisen die Motive auszuarbeiten.
Muss ja auch nicht sein, was das heute ausgewählte Motiv eindrucksvoll unterstreicht: ein Blick ins Land (von Jerusalem aus), der alles hat, was ein Blick ins Land so alles braucht: Licht und Luft, ein bisschen Dunst, eine wunderbar hingerotzte Siedlung, noch wunderbarer der Wolkenschatten, der auf die Siedlung fällt, eine Farbharmonie zum Niederknien und als Krönung die weiße Wolke, deren gerissene Struktur dem ganzen Bild eine Dimension geben und Authentizität verleihen.

Singer-Sargent---Von-Jerusalem

Urlaub für die Augen / Erholung für die Ohren = Akustikbild 

Fetter Auftrag

Als ob die Farbe nix gekost‘ hätt‘: Herr Sisley hat dick aufgetragen, und was soll ich sagen: I like it!

Oder soll ich sagen: J’aime ça?
Sisley ist ja, was seinen Geburtsort angeht, Franzose, und daher hat er wohl offensichtlich seinen Malstil und seine Liebe zum dicken Auftragen (kann irgend jemand auf die Schnelle, also ohne Google, einen britischen Impressionisten nennen?) aber als Sohn englischer Kaufleute und nach einer in London absolvierten Ausbildung bringt er doch auch typisch englischen Qualitäten mit auf die Leinwand.

Das Bild heißt ja „Moret bei Sonnenuntergang, Oktober“, und ich finde es großartig, dass man den Sonnenuntergang eigentlich nur, oder fast ausschließlich, in den zwei linken Bögen der Brücke sehen kann.
Sehr dezent dies ist, Mr. Sisley. Very british!

Sisley---Moret-bei-Sonnenuntergang,-Oktober

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Für mich ist’s Frühling

Also, auf dem Bild jetzt …
Könnte auch eher in Richtung Sommer sein, aber eigentlich ist das Licht nicht warm genug für Sommer.
Und das Grün ist viel zu jung.
Klar, die vielen blühenden Blumen deuten auf Sommerwiese, aber das Grün, nee, das ist doch kein sommerliches Grün …
Die Bäume könnten herbstlich sein.
Der Himmel auch …

van-Gogh---Landschaft-unter-bewegtem-Himmel

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Zunder & Lightning

Ja, der Herr Edgar.

Irgendwie hatte ich den abgespeichert als, nun ja, den David Hamilton der Malerei. Immer mit die jungen Dinger und so.
Klar, ohne Weichzeichner, und ohne pädophilen Anklang.
Aber halt auch mit ohne Inhalt.
Schon schön anzuschauen, aber vielleicht etwas belanglos?

Und dann haut der hier die Farben raus, dass man meinen könnte, das Papier hätte Feuer gefangen …
Er hat ja manchmal so ein Gelb, das wie ein helles Lachen klingt, nicht immer angemessen und gerade deshalb so wundervoll.
Ich könnt mich vor Entzücken wegschmeißen, wie hier das Gelb auf den orangen Kleidern sitzt.
Natürlich seh ich auch die Augen der vorderen Tänzerin, aber alle Ungemach der Welt muss doch zurückweichen vor diesem Kleid!

Edgar-Degas---Drei-Taenzerinnen-in-roten-Kostuemen

Und wäre er Sänger gewesen (den Namen dafür hätte er ja gehabt), dann würd ich ihm heut noch nachrufen: „Sing doch nochmal den Song mit dem orangen Kleid!“
Und er würde das Gelb darin sicher nicht vergessen.

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Und hier beim Google Arts Projekt zu bewundern
(unbedingt in das Kleid hineinzoomen!)